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Was ist Pantomime Drucken

Was ist Mime, was Pantomime?

In der französischen Schule wird zwischen Mime und Pantomime unterschieden.

Der Pantomime, dessen Gesicht häufig weiß geschminkt ist, erzählt Alltagsgeschichten in heiterer oder satirischer Weise und wendet sich direkt ans Publikum. Die Hauptarbeit liegt dabei in der Mimik und in den Extremitäten.

Der Mime hingegen will menschliche Konfliktsituationen, Gefühle, Zustände oder Emotionen ausdrücken, ohne eine Geschichte zu erzählen. Oft „spricht“ er dabei zu seinem Publikum durch eine Parabel, ist also symbolisch oder abstrakt und läßt nur die Bewegung des Körpers wirken. Das Gesicht ist ungeschminkt, entsprechend der Nummer gestaltet oder durch eine Maske verborgen.

Was will ich bewirken, auslösen?

Stille und Poesie des Augenblicks sind mir besonders wichtig. Mein Ziel ist es, beim Publikum Vorstellungskraft und Fantasie zu wecken, so daß persönliche Bilder und Erinnerungen wach werden können, Traum und Wirklichkeit sich vermischen, Grenzen sich auflösen. Ich will das Publikum berühren. Es geht mir vor allem darum, das Kind im Menschen anzusprechen, Spaß am Spielen zu verbreiten und Leute zum Lachen zu bringen.

Mich fasziniert die Illusion, mit der ich z.B. imaginäre Räume, Gegenstände und Situationen entstehen lassen kann. Derselbe Bühnenraum kann durch eine Handlung winzig, eng, bedrückend, oder riesig, weit und über seine Grenzen hinaus existent sein.

Zu meiner Arbeit

Meine Intention ist es, mimische und pantomimische Elemente in meiner Arbeit zu verbinden. Viele Ideen für eigene Stücke entstehen im alltäglichen Leben durch das Beobachten von Menschen. Diese Situationskomik mit ihren typischen Figuren und Charakteren zu übertreiben und grotesk darzustellen, macht mir besonderen Spaß.

Zum Teil lasse ich mich auch durch die Bildende Kunst, durch Gemälde und Plastiken, anregen. Sie verkörpern für mich archaische menschliche Erlebnisse und Erfahrungen. Auch Atmosphären und Stimmungen in der Natur sind für mich eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Und schließlich bieten mir meine eigenen Träume genug Ideen und Bilder für Mimenstücke.

Wie?

Damit ich die Charaktere meiner Figuren körperlich spüre, versuche ich zuerst nur mit meinem Körper zu arbeiten und verzichte weitgehend auf Mimik. Zum Beispiel spüre ich in die Körperhaltung einer Plastik hinein und nehme deren Ausdruck wahr, oder ich suche in mir selber nach meiner ganz persönlichen Figur, die z.B. Traurigkeit ausdrückt. Oft haben minimale Bewegungen und Körperhaltungen eine große Bedeutung.

Um eine Stimmung oder eine Athmosphäre zu verdeutlichen, stelle ich mir eine passende Farbe vor und fülle die Szenen und den Raum damit aus. Je nach Situation liebe ich es auch, frei zu improvisieren und das Publikum, besonders gerne Kinder, in meine Szenen miteinzubeziehen. Sie sind die besten Beobachter und Kritiker, weil sie ehrlich sind und unmittelbar reagieren.

 

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